Das Dorf, dreißig Kilometer von Israels wichtigstem Hafen Haifa entfernt, mache es schwer, in klar einseitige Festlegungen zu denken, meint der rheinische Ruhestandspfarrer, der sich jetzt als Studienleiter in Nes Ammim engagiert.Einseitige Festlegungen, die auch in der rheinischen Kirche für Streit sorgen, wie Ökumene-Oberkirchenrätin Barbara Rudolph sagt: Soll man mit Israelis gute Beziehungen pflegen oder mit Palästinensern?
In Nes Ammim treffen sich europäische Besucher und Volontäre mit israelischen Juden, palästinensischen Christen und Muslimen. Sie hören von den Einheimischen, wie sich die Bürger Israels mit ihren verschiedenen Religionen und Herkünften eine gemeinsame Zukunft vorstellen. Und sie erfahren, dass hier im Norden Israels auch ein in Ansätzen gelingendes Zusammenleben der Menschen, zum Beispiel von Überlebenden des Warschauer Gettos, vertriebenen Arabern im Zug des israelischen Unabhängigkeitskriegs von 1948 und orthodoxen Christen möglich ist.