Pressemitteilung

Gespräche gegen die Lebensmittelverschwendung

  • 18.01.2013

Der leitende Geistliche des Kirchenkreises An Nahe und Glan nimmt als Vorsitzender des Evangelischen Dienstes auf dem Lande (EDL) in der Evangelischen Kirche in Deutschland am Programm der Kirchen bei der Internationalen Grünen Woche teil, der Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau. Die Verschwendung von Lebensmitteln ist das Thema der beiden christlichen Kirchen beim ökumenischen Landkirchentag auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin. Harke: „Jeder Verbraucher wirft im Durchschnitt jedes Jahr 83 Kilogramm Lebensmittel auf den Müll.“

„Gottes Vielfalt – Außer Norm“ lautet das Motto, unter dem der EDL und die Katholische Landjugendbewegung an ihrem Stand im Erlebnisbauernhof das Gespräch mit Verbrauchern, Landwirten und Politikern suchen. Im Mittelpunkt des ökumenischen Kirchenstandes steht die Nachbildung einer Dorfkirche, in deren Umfeld mit verschiedenen Medien auf die lokalen und globalen Aspekte von Lebensmittelverschwendung aufmerksam gemacht wird.

Als Beispiel nennt Marcus Harke die Normierung von Lebensmitteln. „Wenn Gurken nicht der Norm entsprechen, wird ein Teil von ihnen schon zu Abfall“, sagt er. „Die Normierung erschwert den Entwicklungsländern den Zugang zum europäischen Markt und bei uns landen wertvolle Lebensmittel im Müll, nur weil sie nicht in allen Einzelheiten die Vorgaben der Norm erfüllen.“

Nur Brust und Schenkel

Aber nicht nur der Krümmungsgrad von Gurken, auch westeuropäisch Essgewohnheiten werden von den Kirchen thematisiert. „Wir suchen uns von allem nur das Beste aus, essen vom Hähnchen zum Beispiel nur Brust und Schenkel – was geschieht aber mit den übrigen Teilen?“ fragt der Superintendent. Sie landen entweder auf dem Müll oder werden nach Afrika gebracht und dort unter fragwürdigen hygienischen Bedingungen auf Märkten verkauft. Das gefährdet wiederum die Existenz der heimischen Geflügelzüchter.

„Eine Resteverwertung, wie wir sie früher gewohnt waren, findet bei uns nicht mehr statt.“ Große Mengen von Lebensmitteln geraten bei der Erzeugung, Verarbeitung und im Handel unter die Räder. Die Kirchen treten für eine weltweit gerechte Verteilung von Lebensmitteln und die Vermeidung ihrer Vernichtung ein. Sie knüpfen damit an die Kampagne des Verbraucherschutzministeriums „Zu gut für die Tonne“ an. Die Grüne Woche läuft noch bis 27. Januar.