Wie weit darf man die geistige Leistungsfähigkeit des gesunden Menschen durch chemische und technische Eingriffe am Gehirn verbessern? Wie lässt sich der Prozess des Älterwerdens würdig gestalten? Dies sind nur zwei der weiteren Fragen, die die Akademie zwischen Januar und Juli aufgreift. Spirituelle Angebote, Tagungen zum Verhältnis zwischen Theologie und Naturwissenschaften und zum christlich-jüdischen Dialog gehören ebenfalls zum Themenspektrum. Das neue Programm der Akademie ist soeben erschienen. Es bietet einen vollständigen Überblick über das Angebot Januar bis Juli 2011.
„Die neuen Bürgerinitiativen wie z.B. Stuttgart 21 oder die Proteste gegen Atomtransporte nach Gorleben sind positive Zeichen. Sie zeigen ein neues Interesse an einer kritischen Diskussion gesellschaftspolitischer Fragen“, sagt Akademiedirektor Dr. Frank Vogelsang. „Die Kirchen sollten jetzt nicht beiseite stehen, sondern diese Fragen ihrerseits aufgreifen und mit Hilfe ihrer Traditionen und der ihnen eigenen Kompetenz bearbeiten.“ Die Akademie leiste dabei mit der Möglichkeit zu Begegnung und Diskussion einen Beitrag, diesen Dialog zwischen Kirche und Gesellschaft zu festigen und zu stärken, so Vogelsang.
Für das gerade zu Ende gegangene Jahr 2010 zieht der Leiter der Akademie eine positive Bilanz. Mit Tagungen zum Beispiel zum Konflikt im Nahen Osten, zur Rolle der Taliban in Afghanistan, zum Verhältnis von Geld und Religion oder zu Demenz sei es gelungen, ein breites Interesse zu wecken. Ebenso sei die Auseinandersetzung mit dem heutigen Glaubensverständnis auf Interesse gestoßen. „Menschen kommen zu uns, wenn sie hier eine authentische Diskussion erleben mit Beiträgen, in denen auch protestantische Positionen zum Tragen kommen.“