Es ist 9 Uhr morgens, in einem kleinen Ort in der Nähe von Kerpen. Ganz am Ortsrand, auf einem Feld steht das Zirkuszelt. Daneben einige Wohnmobile und Wohnwagen, hinter dem Zelt ein Auslauf für die Zirkustiere. Ponys, Lamas und Ziegen stehen in dem Gehege. Unweit des Zirkus steht der Schulwagen der „Schule für Circuskinder NRW“.
Die Schule in Trägerschaft der Evangelischen Kirche im Rheinland bietet Kindern von Zirkus- und Schaustellerfamilien mit mobilen Klassenzimmern und einem Online-Lernsystem seit 25 Jahren die Möglichkeit eines verlässlichen Schulbesuchs.
Silke Fislage kommt hinter einem der Wohnwagen hervor. Sie ist eine der Lehrerinnen an der Schule für Circuskinder und betreut die Schulkinder des „Circus Jonny Casselly“, einem Familienzirkus in der achten Generation. An zwei Tagen in der Woche fährt die Lehrerin das Wohnmobil zum Zirkus und unterrichtet die Kinder vor Ort.
Der Schulwagen sieht von innen aus wie ein winziges Klassenzimmer, bis zu sechs Kinder finden darin Platz. An den Wänden hängen selbstgemalte Bilder. In Schränken an der Wand ist das Schulmaterial untergebracht – alles kann schnell fahrttauglich gesichert werden.
Aus dem Schulalltag eines Zirkuskindes