„Wir werden schwierige Entscheidungen treffen müssen“

Liebe Leserin, lieber Leser,

mit weniger Ressourcen wahrnehmbar und wirksam für andere da sein – und das in einer Zeit, in der Glaube, Hoffnung und Liebe wichtiger sind denn je: Das ist die Aufgabe, vor der wir als Kirche stehen. Das fordert viel Energie und bedeutet schmerzhafte Abschiede von wertgeschätzten Arbeiten. Wir tun dies, um auch als kleinere Kirche dem Auftrag Christi weiter gut nachkommen zu können.

Jeder Kirchenaustritt ist ein menschlicher Verlust – und er hat finanzielle Folgen. Um angemessen darauf zu reagieren, hat die Landessynode ein Konsolidierungsziel von mindestens 33 Millionen Euro bis 2030 beschlossen. Und sie hat betont, dass es nicht nur ums Sparen, sondern um eine Neuausrichtung geht. Die Vorschläge für die kommende Synode wurden daher nicht nur unter finanziellen Aspekten entwickelt. Sie zielen auf eine strategische Transformation. Leitend ist, dass wir an der Sache Christi, relevant für die Menschen und flexibel in den Formen sind. Daran haben verschiedene Teilprojekte intensiv gearbeitet, deren Ergebnisse in den Ausschüssen beraten und dann von der Synode entschieden werden.

Als Kriterien für die Diskussionen dienten neben der Kirchenordnung die strategischen Leitlinien, die auf der Synode 2025 beschlossen worden sind. Ein weiterer Impuls war der Abschlussbericht des Teilprojekts „Kirche der Zukunft“. Transformation und finanzielle Konsolidierung sind Teil eines Prozesses, der auch nach der Synode weitergehen wird.

Wir werden schwierige Entscheidungen treffen müssen. Vor allem für die Betroffenen ist das emotional belastend. Ich danke allen Beteiligten, die mit viel Bedacht und klugen Ideen den Prozess begleitet haben. Und ich wünsche uns gute Beratungen – im Vertrauen darauf, dass Gottes Geist uns bei den notwendigen Abschieden und mutigen Aufbrüchen leiten möge.

Ihr Präses
Dr. Thorsten Latzel

  • EKiR/Meike Böschemeyer