Synode beschließt Maßnahmen zur Reform ihrer Struktur

Die Evangelische Kirche im Rheinland will die Struktur ihrer Synode überarbeiten. Dazu haben die Landessynodalen verschiedene Maßnahmen beschlossen. Sie sollen die konkrete Ausschuss- und Gremienarbeit verbessern sowie durch eine Öffnung synodaler Strukturen die Partizipation unterrepräsentierter Gruppen in der Landessynode fördern.

Laut Beschluss sollen etwa Gesetzesvorbehalte auf das notwendige Maß reduziert werden, so dass mehr Regelungen durch Rechtsverordnungen erfolgen können. Nicht-parochiale Gemeindeformen und internationale Gemeinden sollen stärker in den Kreissynoden und auf der Landessynode vertreten sein, und die Beteiligung der jungen Generation durch regelmäßige Selbstchecks gewährleistet werden. Zudem wollen die Landessynodalen ihre Tagung auf andere Wochentage verlegen. Die Synode soll bei künftigen Planungen von freitags bis dienstags – einen Tag kürzer – anberaumt werden.

Weitere Maßnahmen will die Landessynode auf ihren Tagungen zunächst erproben. Hierbei sollen vor allem neue Formate wie Workshoptage und verschiedene Moderationsmethoden zum Tragen kommen. Auch für den Umgang mit Vorlagen erhalten die Tagungsausschüsse und Ständigen Synodalausschüsse die Möglichkeit, andere Arbeitsweisen auszuprobieren. So sollen etwa „große, ausschussübergreifende Themen von allen Synodalen in verschieden zusammengesetzten Arbeitsgruppen oder anderen interaktiven Diskursformaten beraten werden“ können, heißt es in der Beschlussvorlage.

Synode will stärker die Perspektive von außen einbeziehen

Durch den Austausch mit Gruppen, die nicht auf der Tagung vertreten sind, will die Landessynode künftig auch externe Perspektiven einfließen lassen. Gleichsam ermutigt sie die Kirchenleitung, bei unterjährigen Beratungsprozessen stärker „die Perspektive von außen und die breite Vielfalt aller Kirchenmitglieder“ einzubeziehen. Bei der Besetzung von Ämtern durch den Ständigen Nominierungsausschuss soll auf eine „breite Verteilung von Verantwortung“ geachtet werden. Die Landessynode regt darüber hinaus an, offen über die Begrenzung von Amtszeiten zu diskutieren.

Der Auftrag zur Überprüfung des Gremien- und Ausschusswesens geht zurück auf einen Beschluss der Landessynode aus dem Jahr 2020. Alle getroffenen Maßnahmen sollen in angemessener Weise evaluiert und der Landessynode zu einem späteren Zeitpunkt erneut berichtet werden. Auch perspektivisch will die Landessynode an einer grundlegenden Weiterentwicklung des Systems arbeiten und „die Frage nach notwendigen und sinnvollen Leitungs- und Gremienstrukturen“ diskutieren.

  • Simone Becker
  • Hans-Jürgen Bauer