Die Evangelische Kirche im Rheinland will das Verfahren für die Presbyteriumswahlen vereinfachen. Dazu hat die Landessynode auf ihrer Tagung in Bonn nach intensiver Diskussion einen richtungsweisenden Beschluss zur Weiterentwicklung des Presbyteriumswahlgesetzes gefasst. Neben einer Vereinfachung und Verschlankung des Gesetzes soll den Gemeinden eine hohe Flexibilität bezüglich der Stimmabgabe eröffnet werden. Einzelheiten und die entsprechenden rechtlichen Regelungen sollen im Laufe des Jahres von der Kirchenleitung erarbeitet und der Landessynode 2027 zur Beschlussfassung vorgelegt werden.
Vereinfachungen soll es etwa bei der Vorstellung der Kandidierenden geben. Im aktuellen Gesetz ist dafür eine Gemeindeversammlung verbindlich. Bei der Einladung zur Wahl, die bislang persönlich in schriftlicher Form erfolgen muss, sollen Gemeinden ebenfalls mehr Möglichkeiten erhalten. Darüber hinaus soll das Mitarbeitendenwahlgesetz in das Presbyteriumswahlgesetz integriert werden.
Kandidierendengewinnung als wichtigste Herausforderung
„Die Kandidierendengewinnung ist die wichtigste Herausforderung der Gemeinde bei der Wahl“, betonte Dr. Katja Külper-Sörries, Dezernentin in der Abteilung Recht und Kirchenkreisangelegenheiten im Landeskirchenamt, vor der Landessynode. Daher zielt eine weitere Änderung auf die Straffung des Terminplans. „Das wäre eine große Entlastung für die Gemeinden“, erklärte Külper-Sörries. Insbesondere weil Kandidierende sich dann erst einige Monate später als bisher entscheiden müssten, ob sie sich zur Wahl aufstellen lassen möchten.
Überlegungen im Projekt „Leitung(s)formen der Zukunft“
Die dem Beschluss vorangehenden Überlegungen zur Fortentwicklung des Presbyteriumswahlgesetzes sind im Projekt „Leitung(s)formen der Zukunft“ erarbeitet worden. Das Projekt ist Teil des Reformprozesses zur Zukunft von Kirche und Gemeinde, den die Landessynode 2024 angestoßen hat. Es beschäftigt sich mit Aufgaben und Arbeitsweisen in gemeindlicher Vielfalt wie etwa der Überlastung von Presbyterien, veränderten Anforderungen an ehrenamtliches Engagement sowie der Weiterentwicklung der Presbyteriumswahl.