Kirchensteuern 2024 – dunkle Wolken ziehen auf

  • Dr. Daniel Meier

Wie andere Landeskirchen auch, steht die Evangelische Kirche im Rheinland am Anfang eines deutlichen Rückgangs an Kirchensteuereinnahmen. Steigende Gehälter sowie erhöhte Bau- und Verbraucherpreise kommen erschwerend hinzu. Nach Jahren steigender Einnahmen trotz wachsender Austrittszahlen wurde 2023 der Kipp-Punkt erreicht. So sind die Kirchensteuereinnahmen im Vorjahr um sieben Prozent auf 707 Millionen Euro gesunken – das entspricht einem Minus von rund 54 Millionen Euro.

Mit dem Rückgang des Gesamtkirchensteueraufkommens werden auch die entsprechenden Umlagen niedriger ausfallen, wenngleich die prozentuale Verteilung gleichbleibt. Das betrifft das abgeschlossene Jahr 2023 ebenso wie die Planjahre 2024 und 2025, für welche der Finanzausschuss von weiter sinkenden Einnahmen ausgeht. Prognostiziert wird für das Jahr 2024 ein Gesamtkirchensteueraufkommen in Höhe von circa 693 Millionen Euro – ein Rückgang um weitere zwei Prozent gegenüber 2023.

Übersynodaler Finanzausgleich: höchstes Maß akzeptierter Solidarität

Zu den Umlagen: 21 Prozent des gesamten Aufkommens werden für gesamtkirchliche Zwecke und hier insbesondere für die Aufgaben der Landeskirche per Umlage erhoben. 18 Prozent des Kirchensteueraufkommens dienen der Versorgungs- und Beihilfe-Sicherung. Der auf der Tagung der Landessynode 2019 gefundene Kompromiss zum übersynodalen Finanzausgleich (97-Prozent-Regelung) wurde von der Landessynode bestätigt: Eine überzeugende Alternative zum derzeitigen Verteilsystem wurde nicht gefunden. Der Kompromiss steht für das erreichbare „höchste Maß akzeptierter Solidarität“, heißt es sinngemäß in der Beschlussvorlage. Der übersynodale Finanzausgleich könne keine vollständige Gleichheit herstellen, sondern solle vielmehr eine gewisse Handlungsfähigkeit ermöglichen.

Kompromisslösung entspricht Ortskirchensteuerprinzip

„Gebende“ und „nehmende“ Kirchenkreise sind beiderseits seit Jahren in Sparprozessen und Prioritätendiskussionen, die die schwierige Kirchensteuerentwicklung aufnehmen. Die gefundene Kompromisslösung entspricht zudem immer noch dem Ortskirchensteuerprinzip und betont so das Wesen der Selbstständigkeit einer Kirchengemeinde, wie sie in der Kirchenordnung der Evangelischen Kirche im Rheinland verankert ist.

Den Finanzbericht gibt es hier zum Download.