Finanzstrategie für die Kirche der Zukunft

  • Henning Boecker, Fabian Schmitz
  • EKiR/Meike Böschemeyer

Wie im landeskirchlichen Haushalt bis 2030 insgesamt 33 Millionen Euro eingespart werden sollen, zählt zu den zentralen Weichenstellungen der Landessynode 2026. Die Kirchenleitung hat im Dezember entschieden, welche Maßnahmen den Synodalen vorgeschlagen werden.

Die Landessynode 2025 hat den Prozess zur Finanzstrategie mit einem Einsparziel von 33 Millionen Euro bis zum Jahr 2030 beschlossen, strategische Leitlinien formuliert und die Personen benannt, die die Vorschläge erarbeiten sollen. Mehr als 60 Personen haben in unterschiedlichen Arbeitsgruppen Maßnahmen aus allen landeskirchlichen Bereichen entwickelt. Parallel dazu hat eine Arbeitsgruppe ein visionäres Zukunftsbild kirchlicher Aufgaben entworfen. Diese Impulse dienten als zusätzlicher Kompass für die inhaltliche Ausrichtung der Maßnahmen. Die Maßnahmenvorschläge wurden in der Kirchenleitung und in den Ausschüssen beraten. Und sie wurden den Betroffenen mitgeteilt, deren Stellungnahmen in der Folge in die Beratungen eingeflossen sind.

Hohe Schwankungsbreite der Einnahmen

Die kirchenleitende Aufgabe dieser Zeit ist es, in einer rasant kleiner werdenden Kirche den Auftrag in dieser Welt weiterhin verlässlich wahrzunehmen. Dazu braucht es eine Finanzstrategie, die nicht nur kurzfristige Einsparungen im Blick hat, sondern vor allem an der langfristigen Wirksamkeit unserer Kirche orientiert ist. Die finanziellen Rahmenbedingungen für diese Finanzstrategie: Nach einem Rückgang der Kirchensteuereinnahmen um sieben Prozent in 2023 stieg der Verteilbetrag 2024 zwar um 5,3 Prozent auf 745 Millionen Euro und auch 2025 ist ein weiterer Anstieg zu erwarten – getragen vor allem durch temporäre Effekte (Clearing, Abgeltungssteuer). Bereits seit Juni 2025 lassen diese Effekte aber deutlich nach. Rückblickend war die Schwankungsbreite der Einnahmen hoch und zwar in beide Richtungen. Im Ergebnis steht nominal aber eine Stagnation der Kirchensteuerbasis, die angesichts steigender Ausgaben real einen wachsenden Konsolidierungsdruck bedeutet.

In 35 Jahren nur noch 30 Prozent der heutigen Ressourcen

Die aktualisierte Freiburger Studie zeigt: Die Kirchensteuerbasis wird sich bis 2060 im günstigsten Fall halbieren. Bei Fortschreibung des derzeitigen Trends für die Kirchenmitgliedschaft (Austrittszahlen und Demografie) werden in 35 Jahren nur noch knapp 30 Prozent der heutigen Ressourcen zur Verfügung stehen. Zusätzlich bestehen weitere Risikofaktoren, so die abnehmende religiöse Sozialisation junger Generationen und die sinkende Bindung vieler Mitglieder durch Gebäudeschließungen und Fusionen.

Sozialverträgliche Lösungen für betroffene Mitarbeiter

Nach Abschluss der Ausschussberatungen hat die Kirchenleitung im Dezember entschieden, welche Maßnahmen der Landessynode im Januar 2026 vorgeschlagen werden. Die Mitarbeitenden und Einrichtungen wurden regelmäßig informiert: über das Vorprojekt, den Projektstart, einen Zwischenbericht und per Informationsveranstaltung für alle Mitarbeitenden vor den Ausschussberatungen. Auch die Landessynodalen wurden eingebunden – unter anderen, indem sie zu den Beratungen der Ausschüsse eingeladen wurden. Mit der Website finanzstrategie.ekir.de stand in der gesamten Beratungsphase ein zentrales Informationsportal zur Verfügung. Für die von den Maßnahmen betroffenen Mitarbeitenden sind sozialverträgliche Lösungen vorgesehen. Zur Erarbeitung individueller Lösungsmöglichkeiten hat die Kirchenleitung die Kommission „Personalfragen Finanzstrategie“ eingesetzt. Ansprechpartner ist der Arbeitsbereich Personalentwicklung, der für Fragen und zur individuellen Beratung zur Verfügung steht.