Der nächste Ortswechsel ist schon beschlossen

  • 13.12.2023
  • Ekkehard Rüger
  • Maritim , Jochen von der Heidt

45 Jahre lang war Bad Neuenahr gesetzter Tagungsort für die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland. Dann folgten 2021 und 2022 zwei coronabedingt ausschließlich digitale Synoden, ehe Anfang dieses Jahres mit Düsseldorf der Amtssitz der rheinischen Kirche erstmals in ihrer Geschichte auch Austragungsort wurde. Das Radisson Blu Conference Hotel, Karl-Arnold-Platz 5 in Düsseldorf-Golzheim, wird zwar auch vom 14. bis 19. Januar 2024 noch einmal sechs Tage lang Anlaufstation für die 198 stimmberechtigten Mitglieder der Landessynode sein. Aber die dann 77. ordentliche Tagung wird das Kapitel Düsseldorf auf absehbare Zeit wieder beschließen.

Jochen von der Heidt, Leiter der Präsidialkanzlei.
Jochen von der Heidt, Leiter der Präsidialkanzlei.

Denn es war ein mehrfach geäußerter Wunsch der Synodalen, wieder zu einem zentraleren und vielleicht auch etwas beschaulicheren Ort zurückzukehren. Die Superintendentinnen und Superintendenten hatten dazu acht Vorschläge gemacht. „Wir haben uns mit allen Vorschlägen auseinandergesetzt. Bonn, Koblenz und Bad Kreuznach sind in die engere Wahl gekommen“, sagt Jochen von der Heidt, Leiter der Präsidialkanzlei. Der Zuschlag war von vielen Faktoren abhängig: Ist der Saal groß genug und sind ausreichend Tagungsräume vorhanden? Wo können das Synodalbüro und die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit unterkommen? Befindet sich eine Kirche in der Nähe? Wie ist es um die Hotelkapazitäten und die Erreichbarkeit über den öffentlichen Nahverkehr bestellt? Und reicht die technische Infrastruktur vor Ort aus? Aber auch der Preis muss stimmen.

Maritim in Bonn wird ab 2025 der neue Tagungsort

Inzwischen hat die Kirchenleitung entschieden, dass die Synodalen Anfang 2025 im Maritim in Bonn zusammenkommen werden. „Und wenn wir von 2025 reden, reden wir zugleich auch von 2026“, versichert von der Heidt. Zwei Jahre Kontinuität seien das Minimum, um seriös planen zu können. Wie es danach weitergeht, ist noch offen. Von der Heidt hat den Auftrag, sich weiter nach einem beschaulicheren Tagungsort im südlichen Rheingebiet umzusehen, auch wenn die Anforderungen die Auswahl deutlich begrenzen. Er selbst steht der Ortsfrage offen gegenüber: „Größere Kontinuität hilft, Routinen zu entwickeln. Wechselnde Austragungsorte helfen, andere Sichtweisen zu bekommen.“

Neuer Ablauf der Synodentagung

Neue Sichtweisen erwarten die Synodenmitglieder auch schon im Januar in Düsseldorf. Wenn „die Zukunft der Kirche“ das Schwerpunktthema bildet, wird es keinen von einer Abteilung des Landeskirchenamtes schon vorgeplanten Ablauf geben und auch kein in den Ausschüssen bereits vorbereitetes Papier, das zur Beschlussfassung vorliegt. Stattdessen „sollen die Landessynodalen gemeinsam durch andere Formate ihre Leitungsfunktion stärker wahrnehmen“, so von der Heidt.

Forums- und Workshoptag zur Ideenfindung und -vertiefung

Ein jeweils nicht öffentlicher Forums- und Workshoptag am Dienstag und Mittwoch dienen dazu, Ideen zu entwickeln und in der Folge konkrete Themen noch zu vertiefen. Um den Raum dafür zu schaffen, musste der Synodenablauf an anderer Stelle gestrafft werden. Für die öffentlichen Plenarsitzungen steht weniger Zeit als bisher zur Verfügung. „Wir müssen versuchen, schneller zu sein“, sagt der Leiter der Präsidialkanzlei. Was von der neuen Arbeitsweise für die Zukunft übernommen wird und was nicht, wird von den Erfahrungen abhängen, die im Januar gemacht werden.

Lebensordnungsgesetz in überarbeiteter Fassung

Neben der Zukunft der Kirche als Schwerpunktthema wird sich die Landessynode mit der Überarbeitung des Lebensordnungsgesetzes einem weiteren zukunftsweisenden Thema widmen. Denn die Neufassung soll an mehreren Stellen größere Freiräume für neue Entwicklungen von Gemeindeformen und Kirchesein schaffen. Auch der Pfarrstellenplan 2040 ist eine Weichenstellung für die Zukunft. Ein Dauerthema bleiben Flucht und Migration. Und schließlich wird es um den landeskirchlichen Beitrag zur angestrebten Treibhausgasneutralität der kirchlichen Gebäude gehen. Im Fokus steht dabei die Zukunft des Hauses der Landeskirche in Düsseldorf.

 

Dieser Beitrag ist der aktuellen Ausgabe des Magazins EKiR.info für die Mitglieder der Presbyterien entnommen. Das komplette Dezemberheft finden Sie zum Download hier